Sonntag, 07.01.2018 [Woche 304-313]
by xShipper   
Teenager-Probleme




Endlich mal ein Tag der Entspannung, zumindest gönne ich mir diesen Moment mit einer heißen Tasse Cappuccino mit Schuss und selbst aufgeschlagener Sahne sowie einem Stück Kuchen, an dem ich mich während des Vormittags dran versucht habe. Den darf ich wohl allerdings alleine essen, denn Valentina rümpfte nur die Nase. Nach dem Mittagessen ist sie raus und zieht seither mit ihren Freundinnen um die Häuser – zumindest hoffe ich es. Als typischer Teenager erzählt sie den Eltern auch nicht immer alles…

Robert konnte mir beim Backen auch nicht über die Schultern gucken, weil er noch schlief und ich ihn erst zum Essen regelrecht mit Küssen aus dem Bett locken musste (während unsere Tochter am Küchentisch die Augen verdrehte und genervt auf die Uhr verwies). Bis heute Morgen um 4 Uhr stand ihr Vater in der Küche des „12 Apostoli“.

Ein wenig galt der Kuchen auch ihm als Überraschung, aber ich glaube, das Backen werde ich nie lernen. Obwohl ich mich strickt ans Rezept hielt, verbrannte mir der Boden im Ofen. Mein Mann hält mich ja für verrückt, wieso ich diese Aschekohle überhaupt esse – aber es ist mein Kuchen, und wenn man nur die Füllung heraus pult, hat man fast schon so etwas wie ein Dessert.

An den Feiertagen war Robert für das Kochen zuständig, ich beschränkte mich auf Salate und Antipasti, sodass wir ohne Gefahr Gäste einladen konnten. Jedoch war uns eigentlich nicht wirklich zum Feiern zumute. Über Allem hing die Verhaftung von Charlotte und der Mordverdacht, sie könnte ihre Schwester ermordet haben, dann lag Werner zwischenzeitlich im Krankenhaus, wo wir drauf und dran waren, hier panisch artig alles stehen und liegen zu lassen, um für ihn da zu sein, und zu guter Letzt hängt ein wenig der Haussegen schief, seit es mit Valentina etwas Stress gab.

Klar, will man als Elternteil nicht wahr haben, wenn das Kind erwachsen wird. Aber die Zeit dreht sich nun mal immer weiter und irgendwann wird aus dem Baby ein junger, selbstständiger Mensch – leider manchmal schneller als es einem lieb ist. Jedoch fanden Robert und ich vor ein paar Wochen einige Fotos in ihrem Zimmer, als wir ihr frisch gewaschene und gebügelte Wäsche aufs Bett legen wollten. Bilder von unserer süßen Valentina an der Seite eines Knaben, der deutlich älter zu sein schien. Du kannst dir sicher denken, was dann los war.

Und Robert als besorgter Vater konnte es dann nicht lassen Nachforschungen anzustellen. Ich meinte noch, dass das nicht der richtige Weg sei und wir auch lernen müssten, unserer Tochter diesbezüglich zu vertrauen. Richtiger wäre, auf das Wirken aufklärender Gespräche zu setzten. Doch als er den Burschen eines Tages in einem Spieleladen mit einer Flasche Bier erwischte, wie er gerade andere Kinder ansprach, lief es ihm eiskalt den Rücken runter.

Seit einer entsprechenden Diskussion mit Valentina ist sie mehr oder weniger bockig. An guten Tagen spricht sie noch mit uns, an schlechten Tagen ist sie kaum wiederzuerkennen. Zum Glück überwiegen die guten Gemütszustände und in der Pubertät ist dies lediglich eine Phase, die wir nur glimpflich überstehen müssen.

Jedenfalls waren das so unsere Problemchen während Weihnachten und Neujahr, und wir werden trotzdem hoffnungsvoll ins neue Jahr 2018 blicken. Vielleicht hätten wir doch einfach mal an den Fürstenhof fahren sollen, um aus diesem schwierigen Alltag rauszukommen und um den Rest der Familie beizustehen.

Spannend fände ich ja die junge Saalfeld-Generation – diese konnte ich damals leider nur flüchtig kennenlernen. Selbst Valentina hatte große Ohren, als wir später von der Hochzeit ihrer Großeltern erzählten und von den einzelnen neuen Personen berichteten, denen wir begegnet waren. Geschmollt hatte sie dann doch ein wenig darüber, dass sie mit uns mit war.

Tja, aber einen Dickschädel hat sie nun mal, und daran ist ihr Vater nicht ganz unschuldig. Oh weh, was habe ich mir da nur angelacht? Hihihi, ach, ich liebe meine beiden Sturköpfe ohne Wenn und Aber!

Deine



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